Friesenbrücke: Alles zur Eisenbahnbrücke in Weener!

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Die Friesenbrücke bei Weener ist heute vor allem wegen dem Unfall im Jahr 2015 bekannt. Aber nicht nur dieser Friesenbrücken Weener Unfall trägt zur spannenden Geschichte der Brücke an der Ems bei.

Hier sind alle Informationen über die Friesenbrücke Weener, der Unfall und der geplante Neubau zu finden.

Die Friesenbrücke Weener – Westoverledingen

Die Friesenbrücke ist eine Klappbrücke in den ostfriesischen Orten Weener und Westoverledingen. Sie war eine eingleisige Eisenbahnbrücke mit einem Geh- und Radweg, die auf der Bahnstrecke Leer-Groningen bei Weener in Niedersachsen lag. Die Weener Friesenbrücke war 335 Meter lang und 4 Meter hoch.

Da im Dezember 2015 ein Frachter die geschlossene Friesenbrücke rammte, besteht seitdem kein Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Leer und dem holländischen Groningen. Um den Zugverkehr wiederherzustellen, wird die Brücke abgerissen und eine neue Drehbrücke an dieser Stelle gebaut. Die Bauarbeiten begonnen im Sommer 2021 und dauern weiterhin an. Der Neubau der Friesenbrücke soll planmäßig im Jahr 2024 fertiggestellt werden.

Der Bau der neuen Friesenbrücke wird mit 200 Millionen Euro teurer als es ursprünglich, mit 125 Millionen Euro, geplant war. Mögliche Gründe dafür sind erhöhte Preise für Baumaterial, gestörte Lieferketten und beschränkter Wettbewerb.

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Friesenbrücke Weener: Aktuelle Fahrpläne und Ersatzverkehr

Die Bauarbeiten der Friesenbrücke sollen bis Ende des Jahrs 2024 abgeschlossen sein.

Angesichts der andauernden Bauarbeiten besteht zwischen Leer und Groningen keine Zugverbindung. Allerdings verkehren die Ersatzbusse. Zudem fahren Fähren.

Busfahrplan:

Es besteht eine Busverbindung der Linie 620 zwischen Weener und Leer.

Dieser fährt jeweils aus Leer und Weener:

  • Montags bis Freitags zwischen 5:30 Uhr und 22.00 Uhr
  • Samstags zwischen 6:30 Uhr und 22:00 Uhr
  • Sonntags zwischen 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr

Fähre:

Eine Überquerung der Ems ist von April bis Oktober mit einer Fähre möglich.

Weitere Brücke über die Ems

Leer – Jann-Berghaus-Brücke

Die Jann-Berghaus-Brücke ist eine der größten Klappbrücken in Europa. Dabei wurde die Klappbrücke mehrfach umgebaut.
Alle Informationen über die Jann-Berghaus-Brücke und ihre Geschichte findest du hier!

Bedeutung der Weener Friesenbrücke

Die Friesenbrücke Weener hatte und besitzt immer noch eine große Bedeutung für die Menschen sowie dem Verkehr im Rheiderland. Denn die Friesenbrücke liegt auf der Bahnstrecke Leer-Groningen. Diese galt bis 1975 als die schnellste Verbindung von Hamburg nach Amsterdam. Bevor die Brücke zerstört wurde, verkehrte der Bahnverkehr stündlich zwischen Groningen und Leer.

Auch der Fuß- und Radweg war wichtig für die Radfahrer der Dortmund-Ems-Kanal-Route, der Deutschen Fehnroute, des Emsradwegs und der Radthemenroute. Da die Friesenbrücke ein wichtiger Verkehrsknoten war, war diese natürlich auch für den Landstrich Rheiderland und die Ostfriesen in den umliegenden Orte wie Papenburg, Emsmoon, Ihrhove und viele mehr von großer Bedeutung. Zusätzlich ist die Ems Teil der Seeschiffwasserstraße von Papenburg bis zum Ruhrgebiet.

Aufgrund dessen ist der Neubau der Friesenbrücke und ihrer Funktion als Eisenbahnbrücke so wichtig und wurde anhand vieler Aspekte mehrfach bedacht. Um eine funktionsfähige Brücke für alle Teilnehmenden zu garantieren, wurde sich gegen eine Brückensanierung und für den Neubau der Friesenbrücke Weener entschieden.

Die Weener Friesenbrücke und ihre Geschichte

Doch dies war nicht das erste Mal, dass die Friesenbrücke Weener einen Unfall erlebte. An der Stelle der heutigen Klappbrücke an der Ems wurde von 1874 bis 1876 die Emsbrücke Hilkenborg mit einer integrierten Drehbrücke gebaut. Sie war 345 Meter lang und konnte jeweils zwei 20 Meter breite Schifffahrtsöffnungen ermöglichen. Die Emsbrücke Hilkenborg war die erste Friesenbrücke an der Ems. Allerdings wurde die Brücke nur zwei Monate nach Eröffnung durch eine Sturmflut beschädigt. Ein Passieren der Ems war danach nur über einer provisorischen Brücke möglich. Die alte Friesenbrücke bei Weener konnte im April 1877 wieder genutzt werden.

Im Juli des Jahres 1913 kam es erneut an der damaligen Emsbrücke Hilkenborg zu einem Zugunfall. Der Zug ist in das Ausfahrsignal gefahren. Da die Brücke noch nicht geschlossen war fuhr der Zug, trotz einem verzweifelten Versuch zu bremsen, in die Lücke der Friesenbrücke. Glücklicherweise fiel der Zug nicht komplett in das Wasser und konnte mit einem Schwimmkran geborgen werden.

Von 1924 bis 1926 wurde eine stählerne Fachwerkbrücke südlich von der Friesenbrücke Weener gebaut. Diese Brücke besaß sechs jeweils 50 Meter lange Überbauten und eine 29 Meter lange Rollklappbrücke. Als im Zweiten Weltkrieg die Wehrmacht versuchte Belgien, Niederlande und Luxemburg zu überfallen, wollte ein Panzerzug über die Friesenbrücke zu der niederländischen Grenze fahren. Dies geschah ohne Erfolg. Im April 1945 wurde die Brücke von der Wehrmacht zerstört, um den Grenzübergang kanadischer Soldaten zu verhindern.

Nach dem die Friesenbrücke im Zweiten Weltkrieg gesprengt wurde, wurde diese von 1950 bis 1951 neu gebaut. Sie wurde im Mai 1951 wieder in Betrieb genommen.

Im Dezember des Jahres 2015 kam es erneut zu einem Friesenbrücken Unfall, indem ein Schiff die Eisenbahnbrücke rammte. Das Schiff wollte eine Durchfahrt durch die geschlossenen Friesenbrücke vornehmen. Der Aufprall war so heftig, dass die Aufbauten der Friesenbrücke mehrere Meter verschoben wurden. Die Trümmerteile in der Ems mussten mithilfe eines Schwimmkrans geborgen werden. Bis heute kann nur noch eine Durchfahrt der Friesenbrücke für Schiffe erfolgen, denn die Brücke ist immer noch kaputt. Bis der Neubau der Friesenbrücke fertiggestellt ist kann keine Überquerung der Brücke stattfinden.

Gegen den Lotsen und den Kapitän lag nach Untersuchungen ein Strafbefehl vor. Der Kapitän soll dem Lotsen das Ruder überlassen und den Ausguck nicht verwendet haben. Zudem soll das Schiff ohne Erlaubnis zur Durchfahrt versucht haben die Brücke zu passieren.

Neubau der Friesenbrücke

Im Rahmen diverser Untersuchungen unter Beteiligung der Vereine, Bund, Land und Kommunen wurde festgestellt, dass angesichts der Schäden an der Brücke eine Ersatzbrücke gebaut werden muss. Eine Reparatur der alten Friesenbrücke in Weener war aufgrund der Höhe der Schäden keine Möglichkeit. So musste diese komplett abgerissen werden. Allerdings werden die bestehenden Vorlandbrücken behalten. 

Aus mehreren Möglichkeiten der Bauwerkgestaltungen wurde eine Drehbrücke ausgewählt. Die Baupläne für den Neubau der Friesenbrücke sind ambitioniert, denn hier soll die wohl größte Drehbrücke der Welt gebaut werden. Eine Möglichkeit war der Bau einer sogenannten Hub-Dreh-Brücke. Zudem wurde überlegt, den Neubau einfach im Stil der alten Brücke zu designen und umzusetzen. Um die passende Entscheidung zu treffen, wurde jede mögliche neue Friesenbrücke und ihre Auswirkungen auf die Natur, Menschen sowie Tiere geprüft. Die Inbetriebnahme der neuen Brücke ist für Ende 2024 geplant.

Der Drehteil der neuen Friesenbrücke bei Weener wird 145 Meter lang sein. Die Überbauten werden von den Pfeilern am Land und im Wasser getragen. Die Brücke wird in der Zukunft über einen 2,5 Meter breiten Fuß- und Fahrradwegverfügen sowie einen Dienst- und Rettungsweg.

Für den Neubau der Brücke mussten erstmals die Ruinen abgerissen werden. Doch auch hier kam es zu Problemen. Der Abbau der Friesenbrücke ist erst beim dritten Versuch gelungen, da der Schwimmkran „Enak“ die Bruchteile vorher nicht lösen konnte. Schuld daran soll ein schwer zu lösender Borheinlzen sein. Doch auch dieses Problem wurde durch die Arbeiter gelöstes. Dieses Mal durch die Erhöhung der Traglast der Haken an dem Schwimmkran. Der entfernte Teil der Brücke wird in Papenburg auseinandergenommen und recycelt. Nun steht dem Neubau für die Bewohner des Rheiderlands sowie Ostfriesland und den Teilnehmern der Fehnroute und weiteren Touren nichts mehr im Weg.